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Widerlegte Vorhersagen der Evolution

12. Okt.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Okt.

Wer als Schöpfungsgläubiger mit Evolutionsbefürwortern diskutiert, wird früher oder später mit mantraartig eingesetzten Behauptungen wie "Die Evolution ist durch ständige Bestätigung gut belegt" oder "Die Evolutionstheorie hat jeder Prüfung standgehalten" konfrontiert werden. Dieser Artikel sammelt daher beispielhaft einige konkrete Fälle, in denen evolutionstheoretisch motivierte Erwartungen widerlegt wurden oder Befunde einfach nicht passen:



Frühere Erwartungen


1) Wenige Konvergenzen:


Früher erwarteten Evolutionsvertreter, dass Konvergenzen äußerst selten sein müssten, da Evolution ungerichtet verläuft und deshalbt nicht zu erwarten ist, dass sie mehrfach zum gleichen Ergebnis führt.


So schrieb bspw. Gould (1989):

"Spulen Sie das Band des Lebens zurück zu den Anfängen des Burgess -Schiefers; lassen Sie es von einem identischen Ausgangspunkt aus erneut ablaufen, und die Chance, dass etwas wie menschliche Intelligenz die Wiederholung zieren würde, wird verschwindend gering."


Inzwischen ist allerdings bekannt, dass Konvergenzen sehr häufig auftreten. Ähnlichkeiten sind evolutionstheoretisch gesehen widersprüchlich verteilt, sodass bei Stammbaumrekonstruktionen immer wieder mehrfach unabhängige Entstehungen angenommen werden müssen.


Das ist das genaue Gegenteil der evolutionstheoretischen Erwartung.

Doch das führte nicht zu einer Infragestellung des gesamten Evolutionskonzeptes, sondern Konvergenzen wurden einfach so hingenommen und in die ET eingepasst. Auf ähnliche Selektionsdrücke zu verweisen bringt auch nicht viel, denn Selektion kann nur auslesen was bereits vorhanden ist. Es sind vor allem die ungerichteten und zufälligen Mutationen, die mehrfach gleich sein müssten.


2) Ähnliche Gene nur in nahen Verwandten:


Ernst Mayr hatte 1963 in seinem Buch "Animal species and evolution" die Erwartung geäußert, dass die Suche nach homologen (ähnlichen / gleichen) Genen außer bei sehr nahe verwandten Formen ganz vergeblich sei. Seine Kollegen stimmten ihm damals sicher zu. Der Gedanke dahinter war wohl, dass die Evolution bei entfernter verwandten Formen die Gene schon zu sehr verändert haben müsste. - Was einleuchtend klingt.


Doch weitere Forschung brachte das genaue Gegenteil zum Vorschein:


Carroll 2005: "Aber entgegen der Erwartung jedes Biologen wurde festgestellt, dass die meisten Gene, die ursprünglich als für wesentliche Aspekte des Körperaufbaus der Fruchtfliege verantwortlich identifiziert worden waren, exakte Entsprechungen bei den meisten Tieren – einschließlich uns Menschen – hatten, die dieselbe Funktion erfüllten."


Die Befunde hätten den Erwartungen kaum mehr widersprechen können. Doch statt auch nur kurz darüber nachzudenken, ob das Grundkonzept falsch sein könnte, wurde es kurzerhand zum Beleg für die ET umfunktioniert:


Carrol 2005: "Die Entdeckung dieses uralten genetischen Werkzeugkastens ist ein unwiderlegbarer Beleg für die Abstammung und Modifikation von Tieren, einschließlich des Menschen, von einem einfachen gemeinsamen Vorfahren."


3) Graduelle Zunahme der Verschiedenartigkeit:


Darwin erwartete eine graduelle Zunahme der Verschiedenartigkeit im Lauf der Evolution. Das ergibt sich logisch aus der Evolutionsvorstellung: Am Anfang steht ein einfacher Vorfahr, anschließend entstehen langsam weitere Arten, es kommen verschiedene Neuheiten dazu und im Laufe der Evolution werden die Arten immer verschiedener.


Doch die Realität zeigt das genaue Gegenteil: Schon im Kambrium - der untersten fossilführenden Schicht - taucht plötzlich ohne Zwischenformen eine hohe Verschiedenartigkeit auf und nimmt sogar tendenziell eher wieder ab. Hughes et al. (2013) bestätigten dies in einer umfangreichen Studie und stellten fest, dass eine frühe große Verschiedenartigkeit das dominierende Muster bis heute darstellt und nach einem frühen Maximum wieder abnimmt.


Dieser Befund widerspricht dem Evolutionsgedanken und passt besser zum Schöpfungsmodell. Doch statt sich zu fragen, ob das Evolutionskonzept falsch sein könnte, werden Erklärungen gesucht, um diesen Befund einpassen zu können.


4) Allgemeine Übereinstimmung von morphologischen und molekularen Analysen:


Bevor Genanalysen möglich wurden, wurden evolutionäre Stammbäume nur auf Basis äußerer Körpermerkmale rekonstruiert. Als dann molekulare Analysen möglich wurden, wurde erwartet, dass diese morphologische Stammbaumrekonstruktionen bestätigen würden. Das war zwar z.T. der Fall, doch oft führten molekulare Analysen auch zu widersprüchlichen Ergebnissen.


Richter & Sudhaus 2004: "Molekular-systematische und morphologische Analysen kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen oder aber die molekularen Analysen widersprechen einander genauso, wie das auch bei unterschiedlichen morphologischen Analysen der Fall ist. Auch die Kombination morphologischer und molekularer Daten in einen einheitlichen Datensatz hat in den meisten Fällen noch nicht zu wirklich überzeugenden Verwandtschaftshypothesen geführt."


Gagnon et al 2022: "Evolutionsbiologische Studien erfordern solide phylogenetische Rahmenbedingungen, aber die zunehmende Menge an phylogenomischen Daten hat bei vielen Organismen sowohl zwischen als auch innerhalb von Genomen widersprüchliche Topologien zwischen den Gen-Stammbäumen offengelegt. Einige dieser Inkongruenzen weisen auf Polytomien hin, die möglicherweise unmöglich aufzulösen bleiben."


Doch auch dieser unerwartete Befund wird nicht als als möglicher Hinweis dafür verstanden, dass etwas mit dem Konzept der universellen gemeinsamen Abstammung nicht stimmen könnte.


Unerwartete / unpassende Befunde


1) Zu alte Steinwerkzeuge:


Die Herstellung von Steinwerkzeugen wie bspw. Steinäxten, Faustkeilen und Schabern ist anspruchsvoll und erfordert ausgefeilte Techniken. Erfahrungsgemäß verfügt nur der Mensch über die kognitiven und feinmotorischen Fähigkeiten Steinwerkzeuge entwerfen und herstellen zu können.


Grafik dient nur der groben Orientierung, sie ist nicht mehr vollständig aktuell. Bildquelle
Grafik dient nur der groben Orientierung, sie ist nicht mehr vollständig aktuell. Bildquelle

Nach evolutionärer Vorstellung existiert der Mensch erst seit etwa 2 Mio. Jahren. Dementsprechend ist der erste fossil bekannte Mensch Homo erectus aus der geologischen Schicht des Pleistozän. Menschliche Steinwerkzeugfunde sollten daher unter evolutionstheoretischen Modellierungen nicht viel älter sein.


Doch eben dies hat sich mehrfach herausgestellt:


In Rheinhessen und Niederösterreich wurden Steinwerkzeuge aus dem frühen Pliozän gefunden, die evolutionstheoretisch auf ca. 4,3–4,6 Millionen radiometrische Jahre (MrJ) datiert werden. In dieser geologischen Schicht und diesem Zeitraum werden eigentlich die angeblichen Vorfahren des Menschen - die Australopithecinen - verortet. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit diesem Befund und evolutionstheoretischen Erklärungsversuchen findet sich bei Brandt (2026).


Auch in Thenay, Frankreich wurden im unteren Miozän viele Artefakte gefunden, bei denen es sich eindeutig um Steinwerkzeuge handelt. Sie gleichen jüngeren, allgemein anerkannten Steinwerkzeugen und werden nur wegen ihres "zu hohen" Alters nicht von allen als Werkzeuge akzeptiert.


In Nordfrankreich wurden Steinwerkzeuge aus dem oberen Paläozän gefunden, das auf 59,2 bis 56 MrJ datiert wird. Man beachte, dass diese nur maximal 10 MrJ jünger als die letzten fossil vorkommenden Dinosaurier sind. Diese und weitere Funde werden bei Brandt (2013; 2019) ausführlicher diskutiert.


Steinwerkzeuge eindeutig menschlichen Ursprungs aus Schichten, in denen z.T. die angeblichen Vorfahren des Menschen und z.T. nicht mal diese vorkommen, widersprechen einer Abstammung von Affenartigen.


2) Gewebereste und Proteine in Dinosaurierknochen:


In Millionen Jahren sollten Weichteilgewebe und Protein vollständig zerfallen. Dementsprechend überrascht war man, als in einem 1990 gefundenen Oberschenkelknochen eines Tyrannosaurus Rex erstmals elastisches Weichteilgewebe sowie Spuren von Bindegewebe, Zellen und Blutgefäßen identifiziert wurden. Weitere Infos zu diesem Fund und allgemein dieser Thematik in diesem schöpfungswissenschaftlichen Artikel.


Bei diesem einen Fall blieb es nicht. Seit dem wurden immer wieder vergleichbare Entdeckungen gemacht. Ein aktuelles Beispiel ist der Fund von Kollagen (Strukturprotein) in dem Hüftknochen eines Edmontosaurus-Dinosauriers, der auf 70 MrJ datiert wird. In diesem Fall von Anfang 2025 konnte auch sicher ausgeschlossen werden, dass es sich um eine spätere Verunreinigung handelt. Weitere Infos zu diesem Fund hier.


Verschiedenen Erlärungsversuchen zum trotz existiert keine plausible Erklärung wie Weichteilgewebe und Protein Millionen Jahre überdauern könnte. Erst 2023 wurde einer dieser Versuche experimentell widerlegt. Diese Funde passen viel besser in das Bild einer jungen Schöpfung.


3) Die kambrische Explosion:


Die Evolutionstheorie geht von einer graduellen und schrittweisen Entwicklung der Arten aus. Da ist es unerwartet, dass bereits in der untersten fossilführenden Schicht - dem Kambrium - in evolutionstheoretisch kurzer Zeit explosionsartig viele verschiedene Baupläne inklusive fast allen großen Tierstämmen auftauchen. In den Schichten darunter existieren keine Vorstufen.


Es gibt bis heute keine plausible evolutionstheoretische Erklärung für das abrupte Auftreten dieser enormen Vielfalt (Junker 2022).


4) Waisengene:


Wenn man von einer universellen gemeinsamen Abstammung ausgeht, sollten alle heutigen Gene jeweils verwandte, bzw. ähnliche Gene in anderen Arten haben. Doch es gibt Gene, für die keine Evolutionsgeschichte rekontruierbar ist. - Sogenannte Waisengene. Sie erscheinen einfach plötzlich ohne Vorgeschichte.


In jeder untersuchten Gattung wurden 10–30% an Waisengenen identifiziert. Der Mensch verfügt über 94 einzigartige micro-RNA-Gene, deren evolutive Herkunft nicht erklärt werden kann (Borger 2024).


Waisengene sind evolutionstheoretisch unerwartet und problematisch, fügen sich aber reibungslos in das Schöpfungsmodell ein. Siehe zu diesem Thema auch den entsprechenden Artikel auf dieser Website.


5) Optimale Extremitätsknochenmuster:


Die Extremitäten (Arme, Beine, Flügel, Flossen) aller Wirbeltiere weisen im Grundaufbau ein ähnliches Knochenmuster auf. Dieser Befund wird von Evolutionsvertretern als Paradebeispiel abstammungsbedingter Ähnlichkeit (Homologie) genutzt. Ein wichtiger Teil dieses Argumentes für Evolution ist die Annahme die Extremitätsknochenmuster seien für ihre jeweilige Funktion (z.b. laufen, fliegen, schwimmen) nicht optimal gebaut, da Evolution von vorhandenen Strukturen ausgehen muss und nicht wie ein Ingenieur für eine neue Funktion etwas von Grund auf neuartiges entwerfen kann.


Darwin schrieb bspw. dazu: "Was kann merkwürdiger sein, als dass die greiffähige Hand des Menschen, die grabfähige [„Hand“] des Maulwurfs, das Bein des Pferdes, das Paddel des Tümmlers und der Flügel der Fledermaus alle nach demselben Muster aufgebaut sind?"


Abgesehen davon, dass diese Behauptung nie empirisch belegt wurde, hat Dr. Stuart Burgess 2024 6 Gliedmaßen mit unterschiedlichen Funktionen anhand von 52 biomechanischen Konstruktionsmerkmalen untersucht und kam zu dem Schluss, dass jede Gliedmaße für ihre Funktion optimal konstruiert ist.


Im Fazit schreibt er: "Das Gliedermuster der Wirbeltiere ist eine bemerkenswert vielseitige Designlösung, die fein abgestimmt werden kann, um eine große Bandbreite an Formen und Bewegungen zu erzeugen und auch strukturelle Funktionen zu erfüllen. Das segmentierte Design von Handgelenken, Knöcheln und Fußgelenken ist besonders effektiv, wenn es darum geht, Formen zu formen und gleichzeitig sanfte Krümmungen zu erhalten. Das segmentierte Design ermöglicht auch die Multifunktionalität kinematischer und struktureller Funktionen mit kompakten Layouts. Ein weiteres wesentliches Merkmal der Gliedmaßen von Wirbeltieren sind die Verbindungsmechanismen, die eine Feinabstimmung der Bewegungen und des mechanischen Vorteils ermöglichen.


Die große Vielseitigkeit der Gliedmaßen von Wirbeltieren stellt das Argument der Gliedmaßenhomologie in Frage, dass die Skelettstrukturen der Walflosse und des Vogelflügels nicht dem entsprechen, was man für diese Anwendungen erwarten würde, und nur dann Sinn ergeben, wenn man sie als Folge der evolutionären Vererbung betrachtet. In diesem Beitrag wird argumentiert, dass das Gliedermuster der Wirbeltiere so vielseitig ist, dass es nicht nur für Arme und Beine, sondern auch für Flossen und Flügel optimal ist. Alle muskuloskelettalen Strukturen von Flossen und Flügeln sind tatsächlich voll funktionsfähig und lassen sich durch optimales Design vollständig erklären."


Dieser Befund stellt einen klaren Widerspruch zur evolutionstheoretisch motivierten Annahme dar.


Literatur:


  • Borger P (2024) Neue micro-RNA-Gene bei Menschen widerlegen lang gehegte evolutionäre Überzeugung“. Studium Integrale Journal, J. 31, Heft 1, S. 58–61.

  • Brandt M (2013) Stone Tools from the Early Tertiary in Europe—A Contradiction to Any Evolutionary Theory About the Origin of Man and to Long Geological Periods of Time. Answers Research Journal, 6, 231–264.

  • Brandt M (2019) Vergessene Archäologie: Steinwerkzeuge fast so alt wie Dinosaurier. SCM Hänssler, Holzgerlingen.

  • Brandt M (2026) Neue frühpliozäne Steinwerkzeugfunde aus Rheinhessen und Niederösterreich. Online-Artikel von "Wort und Wissen".

  • Burgess S (2024) Universal optimal design in the vertebrate limb pattern and lessons for bioinspired design. Bioinspir. Biomim. 19, 051004, doi: 10.1088/1748-3190/ad66a3.

  • Carrol SB (2005) Endless forms most beautiful. The new sience of evo devo and the making of the animal kingdom. London.

  • Darwin C (1872) On the origin of species. 6. Auflage, John Murray, London

  • Gagnon E et al. (2022) Phylogenomic discordance suggests polytomies along the backbone of the large genus Solanum. American Journal of Botany. 109. 580-601. 10.1002/ajb2.1827.

  • Gould SJ (1989) Wonderful life: The Burgess Shale and the Nature of History. New York: Norton.

  • Hughes M et al. (2013) Clades reach highest morphological disparity early in their evolution. Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A.110 (34) 13875-13879, https://doi.org/10.1073/pnas.1302642110

  • Junker R (2022) Ein Update zur „kambrischen Explosion“. Studium Integrale Journal, J. 29, Heft 2, S. 103-106.

  • Richter S & Sudhaus W (Hg, 2004) Kontroversen in der Phylogenetischen Systematik der Metazoa. Sitzungsbericht der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. N.F. 43, 1-221. Rieppel O (1989) Unterwegs zum Anfang. Zürich, München.)

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